06.11.2025
19:30 Uhr
Das Literaturdistrikt Festival zu Gast in der Szene 10!




Thomas Ebermann & Thorsten Mense & Florian Thamer
Normal — eine Besichtigung des Wahns
Szenische Lesung
Pandemie, Klimakrise, Kriege, Steuererklärung – angesichts all der Krisen flüchten manche in Verschwörungsglauben oder nach Rechtsaußen, andere halten den Laden am Laufen und verteidigen Vernunft gegen Wahn. Doch die «Stimme der Vernunft» ist oft nur instrumentell – im Dienst der Unvernunft. Denn es geht nicht um Ziele, sondern bloß um die Mittel; um Effektivität statt darum, die Welt menschenfreundlich einzurichten. Selbst im Denken ist nur erlaubt, was nützlich ist.
Normal ist, wer seine Arbeitskraft erhält. Der Weg von Selbstoptimierung zu Eugenik ist kürzer als das Laufband im Gym: instrumentell-vernünftig und mörderisch zugleich. Auf Bühne und Leinwand sezieren Thomas Ebermann und Thorsten Mense mit dem Sound von Florian Thamer den ganz normalen Wahn und den Wahn der Normalität – bissig, polemisch, satirisch und klug.
Thomas Ebermann ist Autor, Publizist und Dramaturg. Er schrieb u. a. «Der Firmenhymnenhandel» und gestaltete satirische Lesungen mit Rainer Trampert. Für sein politisches und künstlerisches Engagement wurde er 2012 mit dem Hans-Frankenthal-Preis ausgezeichnet.
Thorsten Mense ist Soziologe, Journalist, Autor und Träger des Alternativen Medienpreises. Er schreibt über Nationalismus und Rechtsextremismus. Zuletzt gab er 2024 mit Judith Goetz den Band «Rechts, wo die Mitte ist. Die AfD und die Modernisierung des Rechtsextremismus» (Unrast Verlag) heraus.
Florian Thamer ist Theaterwissenschaftler/-macher und Musiker, hat die freie Theatergruppe EGfKA mitgegründet, experimentiert mit dem Session-Kollektiv Flimm an Verschmelzungen analoger und digitaler Klangerzeugung und arbeitet in diversen freien Theater-Kontexten als Sound- und Videokünstler.
VVK 8 €, AK 10 €, erm. 5 €
10.11.2025
19:30 Uhr
Das Literaturdistrikt Festival zu Gast in der Szene 10!


Lütfiye Güzel & Jan Wagner
Vers VERSus Vers.
Lyrisches Sparring
Laut Definition ist das Sparring «eine Trainingsform in Kampfsportarten, bei der zwei Partner nach modifizierten Regeln gegeneinander kämpfen, um ihre Fähigkeiten zu verbessern, ohne die Absicht, einen Sieger zu ermitteln». Warum nicht dieses Prinzip auf eine Lyriklesung übertragen? Die Duisburger Dichterin Lütfiye Güzel und der Berliner Dichter Jan Wagner werden also, statt getrennt und mit Pausen markiert aus ihren Werken zu lesen, gemeinsam (und mit sämtlichen Büchern vor sich) auf der Bühne stehen und abwechselnd vortragen, mit jedem Gedicht auf das vorangegangene reagieren, Runde um Runde, Gedicht um Gedicht, tänzelnd, antäuschend, ausweichend, freundschaftlich parierend und ermunternd – aber dabei auch die Zeit finden, um ganz und gar unverschwitzt miteinander zu plaudern und zu kommentieren.
Jan Wagner ist Lyriker, Essayist und Übersetzer. Für sein Werk, das in über fünfzig Sprachen übersetzt wurde, erhielt er u. a. den Georg-Büchner-Preis. Er lebt in Berlin und ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
Lütfiye Güzel ist Lyrikerin, Autorin und Verlegerin. Sie veröffentlicht ihre Texte im eigenen Verlag «Go-Güzel-Publishing». 2017 wurde sie mit dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet. Im Wintersemester 2025/26 ist sie Gastdozentin an der Universität Tübingen.
VVK 8 €, AK 10 €, erm. 5 €